· 

Eine neue, alte Welt

Die Tage waren stressig. Sehr stressig. Ich war gewisser Maßen am Zenit, was auch daran lag, das ich Abends keine Möglichkeit hatte abzuschalten. Ich konnte nur noch sporadisch Twittern, aber was viel schlimmer war, ich kam nicht mehr zum schreiben. Das schlimmste daran ist, man hat eine Geschichte im Kopf, doch hat keine Möglichkeit sie irgendwie festzuhalten. Die Geschichte und vor allen das Gefühl darin geht verloren, so dass diese Geschichte so nie erzählt werden wird. Mich macht das immer sehr traurig. Diese Woche war sogar so schlimm, das ich gar keine Ruhephase bekam. Sonst konnte ich mir immer einen Bauen und in der Badewanne, dem Alltag entrinnen und mich entspannen. Mein Grasdealer des Vertrauens, war aber seit Tagen nicht mehr zu erreichen und ich stellte die versuche auch bald ein. Man weiß ja nie, nachher wurde er erwischt und seine Kontakte überwacht. Das hätte mir gerade noch gefehlt. Meine Freundin Anja fiel mir da noch als einziges ein. Sie hatte bestimmt noch diverse Kontakte, da es in ihrem Freundeskreis, doch den einen oder anderen einschlägigen Typen gab. Ich könnte mir das schon lange nicht mehr erlauben. Der Job war einfach zu anspruchsvoll und zu gut bezahlt, das ich mir erlauben konnte, mit solchen Leuten abzuhängen. Das Risiko war mir einfach zu hoch und ich muss zugeben, es war auch in gewisser Weise Selbstschutz. Ich war einfach zu anfällig für solche Dinge. Ich wäre wohl innerhalb kürzester Zeit Dauerbreit. Ich konnte einfach nie den Hals voll bekommen, deshalb hatte ich auch meine alten Kontakte diesbezüglich abgebrochen. Nun stellte sich die Lage allerdings anders da. Ich musste tätig werden und neue Kontakte knüpfen, sonst könnte ich mich, von meinen entspannten Abenden endgültig verabschieden. Ich schrieb ihr eine Whatsapp, ob sie Lust hätte sich heute mit mir zu treffen, denn ich wollte ja nicht sofort mit der Türe ins Haus fallen. Ich kannte Anja schon seit einigen Jahren. Sie kam in unsere Jugendclique, als sie mit einem meiner besten Freunde zusammen kam. Sie war ein verrücktes und außergewöhnliches Mädchen. Eine Rebellin in allen Belangen und nie langweilig. Sie hatte immer Ideen und war sehr kreativ. Sie nähte ihre Klamotten selbst und zusammen mit ihren langen Rastas, war sie wohl eine Hippiebraut schlechthin. Sie war sehr spirituell und bezeichnete sich selbst als moderne Hexe. Sie war mir von Anfang an sehr sympathisch und einer der wenigen, zu denen ich heute noch Kontakt hatte. Mein Telefon läutete gerade als ich es bei Seite legen wollte, ich warf es vor Schreck auf den Tisch. Irgendwie kam ich dabei auf den Annahmeknopf: „Julia? Juliaaaa? Hörst du mich? Alles klar?“ Ich nahm es wieder an mich: „ Ja Anja, alles klar! Lachte ich ins Telefon. „Was ist den bei dir los? Dachte gerade mir fällt mein Ohr ab, so laut hat das gekracht!“ „Mir ist nur mein Handy aus der Hand gefallen. Alles gut!“ beruhigte ich sie. „Ha, es ist schön, das ich dich nach all den Jahren, immer noch aus der Fassung bringen kann!“ lachte sie nun auf der anderen Seite der Leitung. „Das ist ja auch nicht besonders schwierig mit so nem Knackarsch wie deinem!“ flachste ich zurück. „Selber Knackarsch! Du ich hab heute schon was vor, also nix mit chilligem Mädelsabend. Aber wenn du möchtest, kannst du mich gern begleiten?!“ „Ich wollte eigentlich nur zu Hause rauchen und ausruhen. Mal meinen Kopf abschalten.“ Setzte ich entgegen, doch sie ließ nicht locker: „Junge Frau, ich verspreche dir, wenn du heute mit mir kommst, wirst du den freisten Kopf haben, den du je hattest. Du willst weg vom Alltag, endlich abschalten können? Dann komm mit!“ „Wo würde es denn hingehen? Ich habe kein Bock saufen zu gehen oder sowas!“ Das hatte ich wirklich nicht. Nach meiner Erfahrung, war Alkohol, zumindest zur Zeit, etwas das eher mehr Probleme schuf, als das er welche beseitigte. „Nein was ganz anderes, wirklich. Komm einfach mit und du wirst schon sehen. Hab Mut und vertraue mir, okay?“ ihre Stimme war so sehr warm und einladend. Sie war immer ehrlich, für viele zu ehrlich, doch ich mochte das sehr an ihr. Ich überlegte noch kurz, doch dann stimmte ich zu: „Ja okay ich vertraue dir einfach. Das war noch nie ein Fehler. Was muss ich machen? Wo muss ich hin?“ Ich wollte jetzt schon wissen was sie mit mir vorhatte. Meine Neugier wuchs und sollte noch weiter wachsen. „Hast du das geile bunte Outfit vom letzten Sommer noch?“ „Ähm ja, warum?“ „Gut, ziehe das heute an. Bitte nimm dir noch ein Jäckchen mit, wir werden draußen sein. Ich hole dich in 45 Minuten ab. Okay süße? Bist du bereit?“ sie sagte dies in einem für sie ungewohnt hektischem Ton. Sie war immer sehr ruhig und gechillt und ließ sich von nichts aus der Ruhe bringen, doch irgendwas hatte sich verändert. Sie schien nervös zu sein. „Äh okay, nein, kein Problem das bekomme ich hin. In 45 Minuten also. Ich werde bereit sein!“ „43, bitte sei pünktlich unten! Ich freue mich auf dich!“ und damit legte sie auch auf. Ich starrte noch kurz nachdenklich dem Bildschirm meines Handys an, aber legte dann los wie die Feuerwehr. Ich machte mich frisch und schlüpfte in die Klamotten. Das Batik top, die knallbunte Ballonhose, die Socken die neongrün in den Augen schmerzten und meine gemütlichen Schnürstiefel. Meine Bunte Hippiejacke darüber und fertig! Ich war also das Sexy Strandmädchen, das man in den 60ern vergessen hatte, aber ich liebte es und es war super bequem. Dieses Outfit hatte ich das ganze Jahr noch nicht angehabt, warum eigentlich. Mein innerer Spießer schaltete sich wieder ein und fragte ernsthaft was das sollte, und was Anja vor hatte. Wo zum Teufel wollte sie mit mir hin? Woodstock? Amsterdam? Draußen werden wir sein sagte sie. Ich konnte mir keinen Reim daraus machen und entschied, es einfach auf mich zukommen zu lassen. Fünf Minuten hatte ich noch Zeit. Höchste Eisenbahn also, das ich mich nach unten vor das Haus begab. Als ich unten ankam und die Haustüre hinter mir schloss, standen sie schon da, mit laufendem Motor. Anja hatte das Fenster herunter gelassen und begrüßte mich lachend: „Hey süße, geil siehst du aus! Wow! Komm steig ein, wir wollen gleich los.“ Rief sie mir zu und zeigte mir an, dass ich hinten einsteigen solle. Mit dabei auf der Beifahrerseite war Moritz. Er ließ nur ein lockerer „Hi“ verlauten. Ich kannte ihn fast so lange wie Anja. Mo, so wurde er von allen genannt, war ein sehr spiritueller Mensch. Man kam schnell zum Schluss, wenn man es mit ihm zu tun bekam, er wäre zurückgeblieben. Tatsächlich war Mo nur dauerbreit. Ich hatte ihn noch nie nüchtern erlebt und er machte auch keinen Hehl daraus. Sein mitgeführtes Tabakpäckchen, war stets eine dreißig / siebzig Mischung, das hieß er war den ganzen Tag am Kiffen. Das merkte man ihm natürlich auch an, er sprach immer sehr langsam und war, glaube ich, der gechillteste Mensch den ich kannte. Er hatte sich gerade eine Kippe gedreht und zweimal daran gezogen, dann reichte er sie nach hinten zu mir. Ich nahm einen kräftigen Zug und war sehr zufrieden. Ein herrlicher Grasgeschmack umgab mich und ich legte mich entspannt zurück. „Jetzt sag schon Anja, wo gehen wir hin?“ Fragte ich immer noch neugierig. „Wir gehen zu Freunden von mir. Die wohnen am Stadtrand und haben uns eingeladen. Allerdings sind sie.. hm wie soll ich sagen…etwas seltsam, was neue Bekanntschaften betrifft. Eigentlich dürfen nur sehr ausgewählte Leute zu ihnen, die sie vorher schon länger kannten. Ich musste ihnen schwören und versichern, das du ein guter Mensch bist und man dir vertrauen kann.“ Sie lächelte mir durch den Rückspiegel zu. „Hört sich an wie die Aufnahme in einen Geheimbund!“ scherzte ich, doch Anjas ernster Blick ließ mich verstummen: „Oh!“ stieß ich erstaunt aus. „Geheimbund nicht, aber wie gesagt sehr eigen. Es ist eher eine geschlossene Gruppe, in der nur sehr wenige die Möglichkeit bekommen einzutreten. Es wird nicht öffentlich drüber geredet und man verpflichtet sich dazu, das erlebte dort zu lassen und nicht mit raus zu nehmen.“ „1. Regel des Fight Clubs: Niemand spricht über den Fight Club!“ Ich kringelte mich vor lachen und war mir bewusst, wieder meine Freche Schnauze nicht halten zu können. Diesmal lachten aber beide mit: „Ja stimmt irgendwie ziemlich genau dein Vergleich. Mit dem Unterschied, das es nicht darum geht sich gegenseitig aufs Maul zu hauen!“ lachte Anja. „Um was geht’s den dann genau, wenn da so ein Geheimnis gemacht wird?“ Fragte ich weiter, doch außer einem „Warte ab, du wirst schon sehen!“ bekam ich keine Antwort. Wir fuhren noch einige Zeit durch die Stadt, bevor wir in die ruhigeren Wohnviertel kamen. Der Verkehr war heute überdurchschnittlich hoch, zusätzlich war auch noch ein Auffahrunfall auf unsere Strecke passiert. Wir verließen die Stadt und waren nun Überland unterwegs, bis Anja eine uneinsehbare Abbiegung nahm. Sie war quasi versteckt zwischen Bäumen und wenn man sie nicht kannte, hätte man sie wohl nie gesehen. Wir fuhren einen schmalen Waldweg entlang und stoppten an einer Stelle, an der der Weg endete. Ich war etwas verwundert, doch Anja lächelte mich nur an und ich ließ mich einfach überraschen. Zwischen Büschen und Bäumen war wieder eine Einfahrt, die man so nicht erkennen konnte. Dahinter zeichnete sich eine Lichtung ab und weitere Autos waren zu erkennen. „Wir sind da!“ sagte Anja nur knapp und zwängte sich, zwischen zwei anderen Wagen um zu parken. Wir stiegen aus und meine Verwirrung wuchs. Mir war völlig schleierhaft, wozu dieser Parkplatz gehörte, denn um uns herum waren nichts als Bäume. Anja und Moritz liefen voraus und ich tappte hinterher, wie ein Tourist bei einer Führung. Ich schaute mich um und entdeckte, das der Weg, oder besser der Pfad, auf dem wir liefen, mit Maschendraht eingezäunt war. Man musste schon genau hinsehen um das zu erkennen. Nach circa dreihundert Metern wurde der Pfad breiter und die Bäume und Büsche lichteten sich. „Wir sind gleich am Ziel!“ beantwortete Moritz meinen fragenden Blick. Tatsächlich standen wir plötzlich vor einer zwei Meter hohen Mauer, die nur durch ein ebenso hohes Holztor unterbrochen war. Versteckt an der Seite hing eine Schnur, die ich nur entdeckte, weil Anja danach gegriffen hatte. Sie grinste mich bedeutungsvoll an und zog daran. Etwas dumpf erklang hinter dem Tor eine Glocke und ich wartete gespannt auf eine Reaktion. Ein kleines Schauloch öffnete sich auf Kopfhöhe an dem Holztor und ich sah, ein etwas älteres aber durchaus freundliches männliches Gesicht. „Hallo Freund. Was möchtest Du? Was ist euer Begehren?“ Fragte er in einem netten aber bestimmenden Ton. „Hallo Freund. Wir möchten im Sinne der Freiheit und Liebe um Einlass gebeten!“ antwortete Anja, ich schaute nur verdutzt von dem einen zum anderen. „Sagt, seid ihr frei im Herzen und im Geiste?“ Fragte der Mann wiederum. „Zwei ja, nur eine ist im Geiste noch gefangen. Wir bitten um Einlass um ihr zu helfen, die Freiheit zu erlernen.“ Antwortete Anja. Oh Gott wo war ich denn hier gelandet, dachte ich mir still und hatte ernsthafte Probleme die Situation irgendwie einzuordnen. „Ich sehe es in ihrem Blick. Die Seele will heraus, doch die Mauern sind zu hoch. Sag junge Frau, möchtest du mit uns auf Reisen gehen? Möchtest du deinen Geist befreien und deiner Seele den Frieden schenken, den sie so dringend braucht?“ die Frage war direkt an mich gerichtet und ich schaute mich hilfesuchend um. Was wollte er von mir? Ich wollte Nein sagen, mich abwenden, doch die Neugier hielt mich fest. Ich schaute Anja an und flüsterte zu ihr: „Was? Was soll ich tun?“ Anja kam zu mir rüber und schaute mir tief in die Augen: „Du hast hier die einmalige Chance, zu erfahren was wirkliche Freiheit bedeutet. Auf die Gefahr hin, das du nach diesem Abend ein anderer Mensch sein könntest, frägt er dich, ob du dir sicher bist. Trete ein wenn ja. Ich begleite dich du brauchst keine Angst haben. Es ist auch nicht soo schlimm wie es sich im ersten Moment anhört.“ Ich war zu neugierig, als das ich Nein hätte sagen können. Ich wollte jetzt wissen, was das hier für ein Hokuspokus ist. „Ja ich möchte eintreten!“ sagte ich deutlich und mit mehr Überzeugung, als ich von mir erwartet hätte. „Super, dann tretet ein und werdet Teil, der wahnsinnig geilen Party die wir hier am Start haben!“ jubelte der Mann, den ich nun im ganzen zu Gesicht bekam, da er gleichzeitig das Tor aufzog. Er nahm mich zur Begrüßung sofort herzlich in den Arm und dann, nach und nach Anja und Moritz. Ich fand es sehr lustig, denn der Mann war splitternackt. „Entschuldige das Getue, aber das ist so unser Einlassritual. Wir wollen dir natürlich nicht das Gehirn verbiegen. Es ist quasi ein psychologischer Test, für diejenigen die es bis an unser Tor geschafft haben. Die Leute die nach dem Schauspiel wieder gehen, gehören eh nicht hier her.“ Er lachte und sein Lächeln war ansteckend. Ich wurde ziemlich schnell warm in der neuen Umgebung und fand es sehr cool, das er völlig ungezwungen nackt vor uns stand und mit uns spaßte. „Was ist das hier alles?“ platze ich heraus und sah mich erstaunt um. Ein riesiger Garten mit den exotischsten Pflanzen lag vor mir. Einige Leute saßen an den verschiedensten Stellen. Unter Bäumen, auf einem Art Versammlungspunkt, oder einfach so in kleinen Gruppen auf der Wiese. Manche waren nackt, manche angezogen und der süßliche Duft von Gras umwehte mich. „Wir hier sind eine Kommune. Wer hier drin ist, hat alle Freiheiten, die er sonst draußen nicht hat. Hier herrschen keine Gesetze, keine Zwänge, jeder darf so sein wie er will. Es gibt nur drei Regeln, an die sich alle halten müssen.“ erklärte mir Shwany. So hieß er oder besser gesagt so nannte er sich hier selbst und die Leute kannten ihn hier auch wohl nur unter diesem Namen. „Welche Regeln sind das und was wenn jemand dagegen verstößt?“ wollte ich wissen. „Es ist eigentlich ganz einfach: Regel eins besagt, Ehrlichkeit. Du sollst du selbst und nicht jemand anderes sein. Nicht die anderen und vor allem nicht dich selbst belügen. Regel zwei verpflichtet dazu, das alles was hier drin passiert auch hier drin bleibt. Niemand da draußen darf erfahren wer und wo wir sind und was wir hier machen. Regel 3 ist die wichtigste: Hier soll nichts gegen den eigenen Willen geschehen. Niemand darf den anderen verletzen, oder Dinge mit jemandem anstellen, der das nicht will.“ Führte er aus und fuhr fort: „sollte jemand gegen diese Regeln verstoßen, wird er ausgeschlossen und zwar umgehend. Darüber entscheiden dann aber alle Beteiligten in einer Aussprache.“ Hörte sich vernünftig an für mich. Ein gesunder Rahmen um seine Seele baumeln zu lassen und um all die Freiheiten genießen zu können, die einem draußen verwehrt blieben. Eine Frage hatte ich noch: „Wie garantiert ihr denn, das die Leute die hinausgeworfen werden euch nicht verraten?“ Shwany lächelte mich an: „Nun Julia, oder Juli wie du oft von deinen Freunden genannt wirst, wir wissen ziemlich viel von euch. Wer hier reingekommen ist, hat entweder selbst, oder wie in deinem Fall, einer deiner Freunde die dich vorgeschlagen haben, einen Fragebogen ausgefüllt. Es ist quasi nichts anderes wie ein Lebenslauf. Wir wissen wo du wohnst, wo du herkommst und wo du arbeitest. Wir behandeln dies streng vertraulich. Anders wird es wenn man gegen Regel zwei verstößt.“ Ich musste kurz schlucken, denn genau das war meine Achillesverse. Ich schaute Anja etwas erbost an, die wiederum entschuldigend die Hände hob. Meine Wut reifte weiter und ich wurde richtig sauer: „Anja! Auf ein Wort!“ schrie ich sie schon fast an und lief zu ihr um sie am Arm zur Seite zu ziehen. „Was fällt dir verdammt nochmal ein? Du weisst genau, das mir mein Privatleben und vor allem der Job wichtiger und schützenswerter als alles andere ist! Wie konntest du nur?“ fragte ich sie in einer Mischung aus Wut und Enttäuschung. Anja schaute mich traurig an: „Es tut mir leid, doch ich empfinde es als überaus wichtig, das ich dich hier mit reinbringe. Du musst raus aus deinem Alltag! Süße merkst du denn das nicht? Du gehst von Tag zu Tag immer mehr kaputt. Bald ist nichts mehr von dir übrig. Ich kann deine Seele nicht sterben lassen. Nicht tatenlos!“ warf sie mir entgegen und ihre Augen wurden weich und füllten sich mit Tränen. Ich wollte gerade weiterkeifen, da spürte ich eine warme Hand auf meiner Schulter: „Warte…denke kurz über das Gesagte nach und entscheide dann ob du das antworten willst, was du jetzt antworten willst!“ flüsterte mir Shwany sehr beruhigend ins Ohr. Ich dachte nach. Seine beruhigende Stimme Drang genau in meinen Kopf und legte den Schalter wieder um. Anja hatte recht. Oh verdammt sie hatte recht und mir schossen ebenfalls Tränen in die Augen. Es war wahr. Ich hatte mich verloren und Anja zog für mich die Bremse. Es wäre verrückt sie nicht anzunehmen, die Chance die sich mir hier bot. Ich wusste zwar nicht was mich erwarten würde, doch hatte ich das ganz tiefe Gefühl das sie recht hatten. Ich wollte das Risiko, um meiner selbst Willen, eingehen. Ich sagte nichts mehr, sondern nahm Anja nur in den Arm und hielt sie ganz fest: „Okay ich vertraue dir. Ich werde versuchen diese Chance anzunehmen. Ich..“ Meine Stimme brach und Anja drückte mich noch fester an sich: „Süße, ich bin für dich da, egal was passiert. Du bist hier gut aufgehoben. Keiner wird dir hier etwas böses tun. Im Gegenteil, hier werd ich dir helfen dich wieder zu finden!“ flüsterte sie mir ins Ohr. Und ich fühlte, das sie recht behalten würde und war bereit für das was auf mich zukommen würde.

Der Tag war wundervoll. Die Temperaturen lagen weit über dreißig Grad und die Sonne wärmte nicht nur von außen sondern auch von innen. Das war mein Wetter, denn ich bin nun mal ein Sommerkind und erfreue mich an diesen Tagen. Meist liege ich nackt im Garten oder gehe schwimmen. Wasser mein zweites Lieblingselement. Ich liebte es einfach zu planschen und zu schwimmen. Schon als Kind verbrachte ich ganze Tage im kühlen Nass und meine Mama musste mich immer zwingen, wenigstens zum Essen das Becken zu verlassen. Heute war ich Gast in einer Kommune. Hier war wirklich alles ungezwungen und entspannt und viele der Anwesenden waren einfach nackt und niemand störte sich daran. Anja und Moritz meine Freunde, die mir dieses Vergnügen ermöglicht hatten, hier zu sein, ließen sich ebenfalls gehen und waren alsbald nackt. Nur ich zierte mich noch ein wenig, denn ich war es nicht gewohnt, vor so vielen, vor allem fremden, nackt zu sein. „Du musst gar nichts! So wie du dich wohlfühlst so ist es richtig!“ sagte Shwany, der hier sowas wie der Chef war. Ich überlegte und entschied, das ich mein Höschen anbehalten würde, mich aber vom Rest entledigen würde. So stand ich kürzester Zeit quasi Nackt auf der Wiese und wurde von meinen Freunden bewundert. Moritz konnte kaum wegsehen, sah er mich ja zum ersten Mal im Leben nackt, obwohl wir uns schon so lange kannten. Er bewunderte mich schon lange, Frauen spüren das, aber er machte nie Anstalten mich anzumachen. Nun regte sich allerdings einiges, sein Schwanz wuchs und stellte sich langsam von seinem Unterleib ab, er wiederum schaute schüchtern zur Seite. Bei dem Anblick wurde mir ganz schön heiß und musste zugeben, auch ich sah ihn plötzlich in einem ganz anderen Licht. „Oh, da wird aber jemand ganz schön geil!“ sagte Anja und im ersten Moment dachte ich sie meinte mich, sah dann aber wie sie in Moritz Richtung sprach. „Julia ist schön! Verdammt schön! Ihr seid alle schön…tut mir leid…!“ stotterte Moritz vor sich hin, den Blick vorsorglich zu Boden gerichtet. „Soll ich dir helfen?“ fragte Anja in und hatte nicht seine Antwort abgewartet, sondern nahm seinen jetzt schon harten Schwanz in die Hand. Ich spürte wie es zwischen meinen Schenkeln zu Kribbeln begann und sich eine leichte Feuchtigkeit einstellte. Mich machte das an, mich machte das verdammt an. „Komm wir gehen dort unter den Baum, da ist es bequemer. Kommst du mit?“ Fragte sie in meine Richtung. Ich nickte nur wortlos und folgte den beiden. Sie ließen sich unter einer Eiche nieder, die kühlenden Schatten spendete und einlud gemütlich unter ihr Platz zu nehmen. „Setz dich und lehne dich zurück. Schließe deine Augen und genieße.“ befiel Anja ihm und er gehorchte brav. Er lehnte sich zurück und entspannte. Sein Penis stand hart von ihm ab und sah zum anbeißen gut aus. Ich setzte mich mit etwas Abstand zu ihnen und beobachtete sie. Anja beugte sich runter und leckte mit ihrer Zunge den Schaft entlang, bis sie die Spitze erreichte. Dann ließ sie ihre Zunge sanft drum herum kreisen. Moritz stöhnte und zuckte kurz mit seinem Unterleib. Mich durchfuhr ein Schauer der Erregtheit. Anja ließ ihn nun zwischen ihren Lippen verschwinden und ließ ihn benässt und pochend wieder frei. „Was ist mit dir süße? Willst du mal Kosten? Er schmeckt wunderbar und ist schön hart, sieh doch!“ sagte sie zu mir und rieb auf und ab, drehte ihn ein wenig in meine Richtung und lächelte mir zu. Ich rutschte näher, schüttelte aber verneinend den Kopf: „Ich würde viel lieber zusehen. Darf ich?“ fragte ich schüchtern. „Aber klar du süße. Wie du möchtest!“ lächelte mich Anja an und rieb weiter auf und ab. Sein Schwanz stand nun groß und mächtig und Anja stülpte wieder ihren vollen roten Lippen darüber. Eine Frau lief an uns vorbei und lächelte, hielt inne und machte einige Schritte zurück: „Wow der ist aber schön! Ich bin Miri. Darf ich ihn auch mal ausprobieren?“ fragte sie frech. Sie war angezogen, hatte ein langes, dünnes und luftiges Kleid mit bunten Blumen an. Sie war sehr hübsch, lange blonde Haare und ein strahlendes Lächeln. Ich saß gespannt da und beobachtete die Szene. „Aber gerne, das wird unserem Moritz bestimmt gefallen!“ antwortete Anja ihr und Moritz schaute von einer zur anderen, konnte offensichtlich nicht wahrhaben, was gerade mit ihm passierte. Miri lüpfte ihr Kleid und zog es über ihren Kopf hinweg aus. Anja bearbeitete unbeeindruckt Moritz Schwanz mit ihrem Mund und ich bewunderte Miri. Sie war wunderschön und sicherlich 1,80 groß. Ihre Beine schienen unendlich lang zu sein. Zu unser aller Überraschung ging sie über Mo in die Hocke und positionierte sich direkt über seinem harten Prügel. Sie senkte ihren Po und er glitt ohne Wiederstand sanft und komplett in sie. Anja lächelte und Moritz stieß einen lauten Seufzer aus. „Oh fühlt sich der gut an, junger Mann sie haben da ein wundervolles Spielgerät.“ Stöhnte Miri und fing an sich langsam hoch und runter zu bewegen. Ich konnte es nicht fassen. Diese Wunderschöne Frau ritt Moritz in den siebten Himmel, Anja wiederum kümmerte sich nun um Miri. Sie gaben sich wilde Küsse und eine Hand war zwischen Miris Schenkeln verschwunden. Diese kommentierte dies mit lautem stöhnen. Ich war feucht geworden, richtig nass. Mir schien es als würde es zwischen meinen Schenkeln dampfen, meine Hand wanderte zu meinem Lustpunkt und ich ließ meine Finger langsam kreisen. Diese waren in kürzester Zeit triefend nass, ich wieder um behielt den Blick starr auf das Schauspiel vor mir. Miri hatte das Tempo deutlich erhöht und ich schaute gespannt zu, wie Moritz Schwanz in sie ein und aus hämmerte. Ihre Körper schwitzten und glänzten vor Anstrengung. Moritz keuchte unter ihr und sein Gesicht sprach die pure Sprache der Geilheit. Oh…O…Ohja…Ohja…Ich…Jaaa…Ich…kommeeee!“ rief Miri stöhnend heraus und ihre Schenkel senkten sich ein letztes Mal zitternd und bebend auf Moritz nieder. Sie beugte sich nach vorne und sein Schwanz ploppte immer noch hart und fast zum zerreißen gespannt aus ihr. „Jetzt du?“ Fragte mich Miri und ich konnte nicht mehr wiederstehen. Ich setzte mich genau wie vorher Miri auf seinen harten Bolzen. Er drang mühelos in mich ein und füllte mich komplett aus. Meine Scheidenwände schlangen sich gierig um seinen Schaft und ich begann ihn zu reiten. Immer tiefer schien er in mich einzudringen und ich kommentierte dies mit herzhaften und lautem Stöhnen. Anja nahm in der Zwischenzeit auf Moritz Gesicht Platz und ließ sich verwöhnen. Ich sah wie seine Zunge durch ihre Lustlippen glitt und sie zog sie mit beiden Händen auf. Ich hatte so einen wunderbaren Blick auf ihr tun und wurde dadurch noch mehr angespornt. Ich steigerte den Rhythmus und ließ ihn nun ganz tief in mich rein. Ich bewegte nur meinen Unterleib vor und zurück, so dass meine klit schön an ihm rieb. Miri tauchte zwischen uns auf und unterbrach unser stöhnen, in dem sie mit unseren Zungen spielte. Immer abwechselnd, gierig und fordernd. Ich stützte mich nun auf Moritz Brust ab. Ich war gleich so weit, nochmals steigerte ich das Tempo, bis mir der Schauer der Erregung wie eine riesen Welle von den Beinen zu holen schien. Mich durchzuckten mehrere solcher Wellen und ich schrie meine Lust heraus. Auch Anja war soweit und Stütze sich an meinen nach vorne gebeugten Schultern ab. Sie keuchte und hechelte über mir, während ich beobachtete wie sie ihre Pussy über Moritz Gesicht rieb. Ich spürte wie ihre Hände auf meinen Schultern zu zittern begannen und sie in hektisches stöhnen verfiel. Ihr Unterleib zuckte und bebte: Hmmmm….Oh.. ja…Jaaa….jaaaaaaa…“ schrie sie lauthals und brach Sekunden später über mir zusammen. Ich spürte wie Moritz versuchte mich weiter zu stoßen. Sein Schwanz war immer noch stramm und steckte tief in mir. Ich erhob mich und rutschte runter. Ich hatte ihn genau vor meinem Mund und verschlang ihn gierig. Anja erholte sich schnell und kam mit ihrem Mund zur Hilfe. Auch Miri wollte mitmischen und so bekam Moritz etwas, das er so noch nie erlebt hatte. Eine Blowjob von drei Frauen gleichzeitig. Wir saugten und leckten massierten und rieben. Es müsste ihn fast wahnsinnig gemacht haben. Gerade als ich mich ernsthaft fragte ob der Bursche überhaupt noch kommt, stöhnte er laut auf und ich merkte wie sich sein Unterleib verspannte. Sein Prügel pumpte und jede von uns drei hatte ihren Mund an ihm. Bis plötzlich ein Strahl des heißen Saftes aus ihm herausschoss und noch einer und noch einer. Gierig leckten und saugten weiter. Unsere Zungen trafen sich und schönen sich gegenseitig die Tropfen zu. Moritz grunzte, er war in sichtlich ein glücklicher Mann und genoss uns in vollen Zügen. Wir saugten ihn leer und ließen erst von ihm ab, als sein Schwanz zufrieden und geschafft in sich zusammen sank. Er lächelte zufrieden und wir ebenfalls. Es war ein toller Fick. Nein es war herausragend. „So lässt es sich aushalten Mädels. Das macht einen riesen Spaß! Ich könnt gerade wieder von vorne anfangen.“ Lachte Anja uns alle an. „Du hast da was!“ sagte ich grinsend zu ihr und leckte ihr über den Mundwinkel. Es war noch etwas Sperma und um Anja war es voll geschehen. „Julia…Du bist ja ne richtig scharfe Maus heute. So kenne ich dich ja gar nicht.“ „Ich mich auch nicht, aber ich glaube ich lerne mich gerade so richtig kennen. Was machen wir als nächstes? Komm lass uns etwas herumlaufen, die anderen Leute hier kennenlernen!“ sagte ich zu Anja ganz aufgeregt. Ich wollte so viel erleben wir möglich. Ich wollte alles in mir aufsaugen. Die Sau raus lassen und alles genießen. Endlich genießen. Frei, ohne Scham und ohne Regeln. „Ich versteh dich sehr gut Süße, aber wir sind hier nicht auf der Flucht und brauchen auch keinen Stress machen. Wir können hier das ganze Wochenende verbringen. Lass uns erst einmal etwas ausruhen, was essen, was trinken. Wir haben alle Zeit der Welt!“ sagte Anja und sie hätte recht. Wir halfen Moritz auf, der dauergrinsend immer noch am Baum gelehnt hatte und schauten uns um. Wir entdeckten Shwany und schlenderten gemächlich auf ihn zu. Die Sonne wärmte meine Haut und plötzlich viel mir auf, das es mir nichts mehr ausmachte nackt zu sein. Im Gegenteil ich fühlte mich pudel wohl und hatte wohl das selbe grinsen auf den Backen wie Moritz, denn alle Leute strahlten zurück. „Na ihr, wow ihr seht alle sehr entspannt aus. Das gefällt mir sehr. Ihr schaut aus, als bräuchtet ihr Hilfe?“ „Ja wir suchen was zu essen und zu trinken?“ sagte Moritz. „Kein Problem..“ lachte Shwany „hier im Garten könnt ihr euch einfach von den Pflanzen bedienen und wenn ihr was herzhaftes wollt, gibt es gleich hier hinter den Büschen einen Grill. Haut euch aufs feuer was ihr wollt unser Grillmeister bereitet alles für euch zu. Getränke gibt es dort auch.“ Wir begaben uns auf den Weg, oder folgten eher Moritz der schon beim Wörtchen Grill losgelaufen war. „Ist hier alles umsonst?“ Fragte ich Anja flüsternd. Sie lachte laut auf: „Quatsch. Die Teilnahme an diesem Wochenende kostet zweihundert Euro pro Person! Dafür kann man essen und trinken, rauchen und machen was man und so viel man will.“ „Das ganze Wochenende?“ fragte ich ungläubig. „Ja von Freitagmittag bis Sonntagabend!“ antwortete Anja. Im Wechsel hatte die Kommune an einem Wochenende hundert bis zweihundert Besucher erklärte mir Anja weiter. Ich rechnete kurz im Kopf nach und dachte das der Betrag locker reichte um eine tolle Party zu organisieren. Wir trafen Moritz am Grill, der gerade den Mann dahinter seine Wünsche wissen ließ. „Da seid ihr ja, die haben ne super Auswahl. Würstchen, Steak, Gemüse, Burger. Alles was man sich wünscht!“ freute er sich mit leuchtenden Augen. Männer, dachten wir beide, sind doch alle gleich. Aber er hatte es sich ja auch redlich verdient. „Ich brauch jetzt erst was zu trinken!“ sagte ich den zweien und hatte schon die Getränkeecke ausgemacht. Anja folgte mir und wir entschieden uns für zwei eisgekühlte Desperados. Moritz kam auf uns zu und hatte einen gut gefüllten Teller dabei. „Lasst uns doch da vorne an die Tische gehen.“ Sagte er und lief schon voran. Es waren schöne Ratanmöbel, die aus zwei großen Bänken und einem großen Tisch bestand. Wir machten es uns bequem und aßen und tranken. Miri kam auf uns zu. Im Schlepptau ihren Mann, den sie uns nach unserem kleinen Erlebnis aus der Ferne gezeigt hatte, nachdem er sie zu sich gerufen hatte. Ein Bild von einem Mann. Groß mit langen schwarzen Locken, Bart und stahlharten Muskeln die unter seiner Brustbehaarung noch gewaltiger wirkten. Er hatte Shorts an und schlenderte lässig neben Miri uns entgegen. Anja sah mich bedeutungsvoll an und zog die Augenbrauen hoch: „Wow!“ entfleuchte ihr flüsternd. „Ja definitiv wow. Was für ein Bild von Mann. „Hi Leute. Einen guten Appetit wünsch ich euch. Dürfen wir uns zu euch gesellen?“ „Natürlich!“ schoss Anja nach vorne. Miri lächelte, ihr war bewusst welche Wirkung ihr Mann auf uns hatte. „Das ist Jacob mein Mann!“ sagte sie und Jacob ging rum und schüttelte jedem von uns die Hand. Allein sein fester Händedruck machte mich an. Anja verfiel ihm komplett, sie hatte bei der Begrüßung einen Gesichtsausdruck, als wäre sie fünfzehn und traf gerade den Mädchenschwarm aus ihrer Lieblings Boyband. Ich musste lachen und holte sie wohl dadurch wieder in die Realität zurück, sie schaute mich ganz verdutzt an. „Wir wollen nachher ans Lagerfeuer. Etwas trinken ein wenig musizieren und etwas Spaß haben, seid ihr dabei?“ fragte nun Jacob. Ich musste wieder unfreiwillig lachen, da Anja bei der Äußerung „Spaß haben“ nervös auf ihrem Popo hin und her gerutscht war. „Geht’s dir gut?“ Fragte ich sie lachend. „Was? Mir? Jaja mir geht’s.. ähm..super!“ lächelte sie mich verlegen an. Da war wohl eine Feuer und Flamme und sehr begeistert von dem Vorhaben. „Gerne!“ sagte ich nur knapp und aß weiter. Wir redeten die nächste halbe Stunde über alles Mögliche. Wie alt wir waren, wie wir hier hergekommen waren, oder einfach über allgemeine Dinge. Wir verstanden uns alle sehr gut und ich merkte, wie die Chemie zwischen uns allen nahezu perfekt war. Der Abend würde noch sehr interessant werden, da war ich mir sicher. Ich freute mich sehr auf das was da noch so alles auf mich zukommen sollte.

 

Die Sonne neigte sich langsam und tauchte die Baumwipfel des Waldes um uns herum, in rote und gelbe Farbe. Die Schatten wurden länger und der Abend würde von knisternden Feuern und einer schleichenden Kühle begrüßt. Wir saßen alle im Kreis verteilt vor dem Feuer und genossen unser Dasein. Wir ließen drei Joints kreisen und betranken uns mit Wein und Bier. Die Stimmung war ausgelassen und doch still und besinnlich. Jacob spielte Gitarre und das sehr ordentlich, während Miri etwas dazu sang. Nichts bekanntes und nichts aufdringliches, sondern seichte Musik ohne Allüren. Miris Stimme war warm und weich und ließ einen träumen. Sie sang auch nicht besonders laut, eher so leise, das man gerade noch hören konnte, das sie sang und nicht summte. Ich lehnte mich zurück und schaute auf die Sterne. Ich liebe das, weil sie immer ehrlich sind, immer da und auch immer da sein werden. Dies hatte was beruhigendes, bodenständiges für mich und es erinnerte mich immer daran wo ich her komme. Schon als kleines Mädchen, lag ich abends im Garten meiner Eltern und starrte zu den Sternen hinauf. Versuchte sie zu zählen, sie zu erkennen, ihnen ihre Geheimnisse zu entlocken. Heute Abend erinnerte ich mich an all dies, vor allem an das Gefühl das dabei mit mir verbunden war. Ich spürte wie ich eine Gänsehaut bekam und meine Augen feucht wurden. Ich hatte mich plötzlich wieder. Ich habe mich selbst wieder gefunden. Es war mir schon irgendwie bewusst, nicht mehr ganz ich selbst zu sein, doch die Tragweite war nicht für mich ersichtlich. Dieser Moment holte mich wieder zu mir zurück und machte mich darauf aufmerksam, dass ich mich von zu vielen Dingen des Alltags überrollen lassen habe. So sehr, dass ich mich selbst verlor. Jetzt sah ich klar. Zum ersten Mal seit Monaten. Ich drehte mich zu Anja um, die links neben mir saß. Ich schaute ihr tief in die Augen in denen sich das Lagerfeuer spiegelte, nahm ihre Wangen zwischen meine Hände und küsste sie zärtlich. Ich wurde fordernder und brachte meine Zunge ins Spiel. Zögerlich erwiderte sie zuerst, bis sie dann Vollgas gab und wir unsere Zungen tanzen ließen. Ich zog etwas zurück, ließ meinen Blick aber nicht von ihrem Augen und schaute tief in sie hinein. „Danke!“ hauchte ich ihr entgegen und mir lief eine Träne die Wange hinunter. Ihr Gesicht hellte auf und ich wusste, sie hätte verstanden was ich meinte. Sie nahm mich in den Arm und drückte mich ganz fest an sich: „Willkommen zurück meine Süße!“ ihre Stimme brach und spürte wie einige Tropfen sich auf meiner Schulter und meinem Rücken nieder ließen.

 

Es sind manchmal die Kleinigkeiten die entscheiden ob wir glücklich sind oder nicht. Manchmal, oder sagen wir ziemlich oft, lassen wir uns von all dem Alltag, unserer Verantwortlichkeit, oder eben von uns selbst die Möglichkeit nehmen, uns selbst zu lieben. Wir stehen unserem Glück im Weg und Verfahren uns derartig, das es uns nicht mehr möglich ist, aus dieser kleinen negativen Kiste wieder auszusteigen. Wir begeben uns vom Pfad ab, das ist manchmal im Leben nötig, doch ist es schwer, uns dabei nicht selbst zu verlieren. Bei all den Einflüssen die heutzutage herrschen, ist aber genau das das falsche. Wir müssen uns selbst treu bleiben. Unseren Wurzeln, unserem sein und uns selbst. Ich möchte mich nicht mehr verlieren, doch bin ich nicht so naiv, das ich weiß, dass es wieder passieren wird. Ich kann mich nur davor etwas schützen, indem ich darauf achte und versuche, bei den ersten Anzeichen dagegen zu steuern. Ich bin schon gespannt ob mir das gelingt.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0