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Gedankenwelten

Gedankenwelten

 

Da war er wieder der Moment, ein kleiner schwacher zuerst, doch meine Erfahrung diesbezüglich, lies mich erschrocken aufblicken. Die Erkenntnis traf mich, wie das nun mal mit Erkenntnissen ist schlagartig. Nein es ist nicht einfach so auslöschbar, nein ich kann nicht davor fliehen, mich verstecken. Ich muss damit leben, wie mit so vielem, weil es dazu gehört. Zu mir gehört. Ich las gestern einen Satz auf Twitter: „An schlechten Zeiten, findet niemand etwas Gutes!“ Toller Kalenderspruch! Echt toll, allerdings auch genau so Sinn frei! Genau das macht uns nämlich menschlich, in schlechten Zeiten zu kämpfen und durch den Kampf, ob mit positiven oder negativem Ausgang, die Erfahrungen mitzunehmen und daraus zu lernen und zu wachsen. Immer im Nachhinein betrachtet, freue ich mich tatsächlich daran, wieder stärker und erfahrener geworden zu sein. Der Stolz wieder eines dieser dunklen Täler hinter mich gebracht zu haben, gehört für mich einfach dazu. Zu mir, das macht mich zu dem wer ich bin. Deswegen kann ich solchen Gegebenheiten, wenn ich sie überstanden habe, nicht mit boshaften Gedanken hinterher blicken, sondern mit Dankbarkeit.

 

Ich war vor zwei Wochen an einem Punkt, wo ich nichtmehr wollte, also keine suizidalen Gedanken, das nicht, sondern ich wollte alles nicht mehr. Keinen Freund, keine Menschen, kein Twitter, kein mich. Mir wurde blitzartig alles zu viel. Das passiert, wenn man immer über hundert Prozent gibt, vor allem mit dem Herzen. Es ist vergleichbar mit einem Tsunami. Du bemerkst das unruhige Wasser, vieleicht hast du das Beben zuvor schon gespürt? Du stehst da und siehst, wie sich das Wasser langsam zurückzieht und bevor du richtig die Tragweite begreifst, türmt sich vor dir eine riesige Wasserwand auf und bricht auf dich ein. Du weißt das du hättest fliehen können. Du weißt du hättest Vorkehrungen treffen können. Doch insgeheim weißt du auch, dass es manchmal so ist und du nun durch diese Wassermassen durchschwimmen musst, um zu überleben. Mir ist es gelungen, wieder einmal und ich bin nicht naiv um zu glauben das es überstanden ist. Ich weiß es kommt wieder. Aber wenn ich mich bemühe und wieder meine hundert Prozent gebe, vieleicht gelingt es mir, das ich das nächste Mal zumindest eine Schwimmweste anhabe, wenn mich die nächste Welle trifft!

 

Der zweite Satz der mich diese Woche traf und der sich nachhaltig eingebrannt hat war: „Es ist doch nur Twitter!“ Ich las den Satz schon öfter, machte mir aber nie besonders Gedanken darum, schlicht weil ich ihn nicht richtig verstand. Seit gestern, eventuell schon eine unterbewusste Weile länger, verstehe ich ihn. „Es ist doch nur Twitter!“ könnte nicht mehr nach Ironie und Sarkasmus schreien. Sicher, sehe ich es pragmatisch und rational, stimmt dieser Satz tatsächlich, doch so funktionieren die meisten Menschen nicht. Zumindest ich nicht. Sobald ich die App, oder den PC abschalte, passiert nämlich etwas besonderes. Etwas das ich, als ich mit Twitter anfing niemals vermutet, geahnt hätte: Ihr seid trotzdem da! Hier in meinem Kopf! Hier geht ihr mir nichtmehr raus. Ich schließe meine Augen und ich sehe euch immer noch!

Da tanzt Jey durch ihr Haus, Anna lacht sich krumm, weil sie schon wieder irgendeinen Schabernack ausheckt, Mimi bittet um Contenance, weil ich wieder Gifmäßig mit Franzi durchknalle. Sabrina steigt freudig mit ein und Claudia schaut nur ungläubig zu. Webi würde gern mitmachen, doch Anna knallt ihm die Türe vor der Nase zu, um dahinter mit mir zu knutschen!

Es ist nicht einfach nur Twitter und es ist auch nicht einfach ein Spiel. Nein! Es ist Herz, Gefühl und ja es sind Freundschaften. Die Intension anfangs so viele Follower wie nur möglich zu bekommen, einen Account zu kreieren, der meinen Blog promotet und mit dem ich mich, mit diversen Fremden über meine Vorlieben austauschen kann, ist mittlerweile gestorben. Ich scheiß auf meinen Blog und ich scheiß auch darauf irgendwelche Follower zu haben. IHR seid es die mir wichtig sind! Und wenn wir nur zwanzig wären, die sich untereinander verstehen, mögen, schätzen und respektieren, dann wäre das völlig in Ordnung! Das würde mir reichen, denn deswegen bin ich hier. Deswegen habe ich vor zwei Wochen, als ich dieses depressive Loch hatte, nicht meinen Account gelöscht! Wegen euch! Ich habe mit dem Daumen auf dem Deaktivierungsknopf 10 Minuten ausgeharrt, nachgedacht. Schlussendlich habt ihr alle eine Nacht in meinem kalten Auto verbracht. Tut mir ja Leid, aber besser als euch jetzt nur noch in meinem Kopf zu haben. Ich bin froh euch zu haben. Jeden/jede einzelne Person.

 

Es ist nicht nur Twitter, es ist mein Herz und ihr seid darin gefangen! Lasst ihr das zu, kommt ihr da auch nie wieder raus.

Versprochen!

 

Eure

Julia

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Kommentare: 1
  • #1

    Greenspion (Donnerstag, 28 Februar 2019 09:14)

    Es gibt zu denken