Die Leichtigkeit des Seins

 

Man nimmt es kaum wahr und es geschieht auch irgendwie mehr im Unterbewusstsein, als im greifbarer Gedankennähe. Man geht gedanklich den nächsten Schritt und ist sich der Tragweite nicht bewusst. Dinge die vormals als unumstößlich galten, rücken plötzlich in den Hintergrund und andere, die weit weg lagen, in den Fokus. Das nennt man weiterentwickeln. Oder erwachsen werden, wie es mein Vater betiteln würde. Was so nur bedingt stimmt, denn erwachsen bin ich schon lange. Zu lange, als das es mir manchmal lieb ist. Aber das hat eben auch seine Gründe.

 

 

 

Nun es verändert sich alles, ich verändere mich und ich find das toll und spannend. Was nicht heißt ich hätte keine Angst davor, im Gegenteil, doch ist es im Leben wichtiger, sich Dingen zu stellen, als davor wegzulaufen. Ich muss Entscheidungen treffen, die mir wichtig sind und die meine zukünftigen Weichen stellen. Ich habe dies bereits vor Jahren getan, so konnte ich mich oft auch einfach mal zwischendurch entspannt zurück lehnen. Nun zählt es aber, eben diese Dinge umzusetzen und mein Leben auf das nächste Level zu hieven. Ich habe nun eine Stelle im Leben erreicht, wo man genau abwägen muss, wohin die Reise zukünftig gehen soll. Mit allen Schwierigkeiten und Unwägbarkeiten die einem das Leben bietet. Gehe ich weiter gerade aus, mache Karriere und fröne weiterhin meinem Lotterleben. Nicht das schlechteste wie ich finde. Bin ich doch ein Mensch, der es liebt in seinen Gedanken und im Leben so frei zu sein wie nur möglich. Oder aber,  ich nehme den angrenzenden steinigeren Weg, der alles beinhaltet was das Leben sonst noch zu bieten hat. Ich denke nicht lange darüber nach wenn ich ehrlich bin, ich nehme die angrenzende Strecke. Ein Weg der eigentlich mit allem aufwartet, das ich mir sowieso wünsche. Einem Mann an meiner Seite, einem kleinen Häuschen und den dazugehörenden zwei bis drei Kindern. Einem geregelten, schon fast normalem Leben. Allein der Gedanke daran, lässt mein Herz hoch hüpfen und beschert mir ein wohliges Gefühl. Alles in mir schreit ja und dann erkennt man selbst, das nur dieser eine Weg der richtige sein kann. Ich bin nun 25 und finde, ich habe mich in meinem Leben genug ausgetobt um selbst mit 80 zurückblicken zu können und zu sagen: „Es gibt nichts was ich verpasst habe, oder bereuen würde.“ Dazu kommt, dass es auch in Zukunft sicherlich genug Dinge geben wird, wo ich mich selbst verwirklichen kann. Beispielsweise im schreiben. Das mache ich nach wie vor gerne, auch wenn ich momentan nicht die Zeit, oder den freien Kopf dafür habe. Aber es werden sich noch genug Möglichkeiten und Geschichten auftun, die ich noch erzählen möchte. Da mach ich mir überhaupt keine Sorgen.

 

 

 

Ich habe tatsächlich am Freitag daran gedacht, Twitter zu verlassen. Also so mit komplett löschen und Feierabend. Was weniger mit dem zuletzt Geschehenen oder irgendwelchen Personen zusammenhängt, sondern eher mit der geänderten Denkweise. Ich hab ehrlich gesagt keinen Bock mehr, auf dieses ganze Pornogedöns und mich langweilt es zusehends, wenn ich mal ehrlich sein darf. Es wiederholt sich doch alles irgendwo, nur die Personen ändern sich, der Ablauf, das Muster bleibt immer das gleiche. Fand ich alles am Anfang noch spannend und neu, so empfinde ich tatsächlich Langeweile und eine gewisse Routine stellt sich ein. Das ist das Letzte was ich möchte auf Twitter. Routine. Wie schrecklich!

 

 

 

Die zweite Möglichkeit: Jetzigen Account Shreddern und von neuem beginnen. Ich überlegte alles zu reseten, um wieder von neuem anzufangen, mit den mir liebsten Personen. Doch das ist auch keine Option. Ich finde das aschig und unfair, gegenüber vielen von euch. Es gibt eben auch sehr viele Accounts, mit denen ich nicht alltäglich kommuniziere, mit manchen sogar noch seltener oder gar nicht. Trotzdem lesen wir uns gegenseitig gerne. Das wäre einfach nicht richtig.

 

 

 

 Zu guter Letzt gab es für mich noch die Möglichkeit, alles ein wenig umzugestalten. Dieser Gedanke gefiel mir am Besten und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Nicht mehr JuliaX, sondern mehr Julia Wirbelwind. Nicht mehr die gezeichnete Julia als Ava (sorry Anna), sondern ich, mein Auge das euch im Blick hat. Es ist irgendwie eine Typenveränderung, die einen neuen Lebensabschnitt begleitet. Ich hoffe euch gefällt es und ihr bleibt trotzdem bei mir. Wenn ich auch in Zukunft nicht mehr so sehr die kleine versaute Pornomaus bin, sondern lediglich Julia. Sollten deshalb trotzdem welche gehen und das schade finden, glaub ich kann ich das verschmerzen. War ja dann eh nicht so wichtig, nech!

 

 

 

Natürlich werde ich mich hier nicht komplett auf links drehen, kann ich ja auch gar nicht. Ich bin ja immer noch ich und werde sicherlich auch weiter Anzüglichkeiten tweeten und das eine oder andere Bildchen posten, aber eben nicht mehr in diesem Ausmaß wie in der Vergangenheit. Auch werd ich weiter meine Storys schreiben und euch etwas an meinem Seelenleben teilhaben lassen. Und ich werd mir das Recht herausnehmen, mein Twitter noch mehr wie zuvor selbst zu gestalten und zu schützen. Das heißt, Leute die mir auf die Nerven gehen, werden rigoros geblockt oder gemutet. Ich tanze mit keinem Affen mehr und mit Menschen die sich selbst die nächsten sind, schon gar nicht. Keine Zeit und keine Nerven dafür.

 

 

 

So, das war es erst einmal. Herzlichsten Dank für eure Aufmerksamkeit.

 

Habt einen wundervollen Tag und genießt das Wetter und euch!

 

An den Rest, der mir immer nur auf die Eierstöcke gehen will: Fickt euch🖕

 

 

 

 

Eure

 

Julia Wirbelwind

 

 

 

 

P.S.

 

Apropos Eierstöcke. Seit heute ist die Pille abgesetzt. Gehen wir es an!

 

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Kommentare: 3
  • #1

    nur_mein_herz (Montag, 22 Juli 2019 12:28)

    Hallo Liebes,
    ich drücke dir für deine Pläne alle Daumen! Die Entscheidung ist deine, alle die dich mögen verstehen das gut. Ich freu mich für dich und hoffe, ich kann dich ein Stück des Weges begleiten!
    HDL Julchen ❤️
    M.

  • #2

    snoopy1963 (Montag, 22 Juli 2019 13:36)

    Liebe Julia, ich fine es wichtig und richtig, dass du zu dieer Erkenntnis gelangt bist. 25 - ein Viertel Jahrhundert. Viele gelangen nie zu solchen Eindrücken. Das Bisherige hat dich reifen lassen - und du hast dich für den "wahren Weg des Lebens" entschieden.
    Dies soll nicht wertend sein - ich maße es mir nnicht an. Das sollte vielmehr ein Zitat aus "der mit dem Wolf tanzt" sein.

    Ich wünsche dir auf deinem steinigerem Weg alles Liebe und Gute und eine glückliche Hand. Mögen deine Träume in Erfüllung gehen.
    Und es stimmt, mit deinen Gedanken, welche ja bekanntlich frei sind, kannst du dir immer noch alles erdenkliche vorstellen und erträumen.
    Und wer weiß, vielleicht triffst du mich ja mal in einem Traum.
    Schön das es dich gibt.
    Und gehe weiterhin deinen Weg.
    Alles Liebe
    snoopy

  • #3

    64er (Montag, 22 Juli 2019 13:50)

    Hey Julia
    ganz egal wie Du Dich entwickeln wirst, was Du bist ist immer die Summe Deiner Erfahrungen und Erlebnisse. Sie machen Dich einzigartig im Universum.
    Ich freue mich darauf wenn Du weiterhin "über den Zaun" spicken lässt.